
Töpfelhaus
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© Bruno Freudenthaler
Das ehemalige Gemeindeamt von Tullnerbach erzählt die Geschichte des Ortes seit der Jahrhundertwende. Das denkmalgeschützte Gebäude vereinte einst Gemeindeverwaltung, Postamt und Gendarmerie unter einem Dach. Heute beeindruckt es durch seine sorgfältige Restaurierung und zahlreiche erhaltene historische Details.
Entdecke das ehemalige Gemeindeamt mit seinem historischen Sitzungssaal, den restaurierten Wandmalereien und dem ehemaligen Gendarmerie-Verließ. In den Führungen wird die Geschichte des Hauses und die aufwendige Restaurierung anschaulich vermittelt. Historische Details sind im gesamten Gebäude sichtbar.
Das ehemalige Gemeindeamt von Tullnerbach wurde zwischen 1895 und 1897 nach den Plänen des Architekten Franz Kachler als einstöckiges Gebäude mit Souterrain errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Das angenehme Klima des Wientales, die Ruhe und die Nähe zu Wien machten Tullnerbach-Lawies um die Jahrhundertwende zu einem beliebten Wohngebiet und Ort der Sommerfrische. Durch die direkte Anbindung an die k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn war der Ort gut erreichbar. Unter Bürgermeister Josef Knab wurde das Gemeindeamt vom alten Standort im heutigen Irenental an seinen aktuellen Platz verlegt. Im Zuge dessen wurde der Bahnhof „Preßbaum“ in „Tullnerbach-Preßbaum“ umbenannt. Die nach Josef Knab benannte Knabstraße bildet bis heute den Ortskern von Tullnerbach-Lawies. Einer zeitgenössischen Beschreibung zufolge befanden sich im Erdgeschoss das k.k. Postamt und die Kaserne der k.k. Gendarmerie. Im Obergeschoss waren der Sitzungssaal, die Wohnung des Gemeindesekretärs sowie die Kanzleiräume untergebracht. Der Bauplan von 1897 zeigt außerdem zwei Wagenremisen der Gendarmerie und einen eigenen Eingang für die Post. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude mehrfach angepasst. Die Wagenremisen und der ehemalige Posteingang wurden zu Fenstern umgebaut. Der Arrest wurde vom Souterrain in den Keller verlegt, der zuvor vermutlich als Pferdestall genutzt worden war. Der frei gewordene Raum diente anschließend als Archiv. Da die Anforderungen in Bezug auf Barrierefreiheit etc. nur durch erhebliche Eingriffe in die historische Bausubstanz hätten erfüllt werden können, entschied sich die Gemeinde für einen Neubau an der Hauptstraße. Die Gemeindekanzlei übersiedelte 2010 in das neue Amtsgebäude. Der neue Eigentümer, Dr. Bruno Freudenthaler, restaurierte das Gebäude in den folgenden fünf Jahren mit großer Sorgfalt. Historische Putzflächen und Malereien wurden freigelegt und erneuert. Der ehemalige Sitzungssaal dient heute als Salon. Erhalten blieben auch der Turmhelm mit seiner gemauerten Uhrengaupe sowie das ehemalige Verließ der Gendarmerie. Text: Dr. Bruno Freudenthaler, © Fotos: Dr. Bruno Freudenthaler
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