Zurück zum Programm 2026
27

Haus Urwalek

Haus Urwalek

27b Haus Urwalek (c) Matej Hakar
27a Haus Urwalek (c) Matej Hakar

Ein Denkmal erwacht: Das Haus Urwalek, 1930 von Theiß & Jaksch erbaut, wird von joyjoy studio behutsam saniert. Während die Fassade dank innovativem Aerogel-Dämmputz bereits im originalen Hellgelb erstrahlt, bietet das Innere rohe Baustellen-Atmosphäre. Erlebe hautnah, wie Denkmalschutz und eine ökologische Zukunft verschmelzen.

Das Open House Wien Erlebnis

Nutze die Gelegenheit eines Blicks hinter die Kulissen! Zusätzlich zur Betrachtung der fertigen Fassade wird das historische Stiegenhaus sowie die oberste Terrasse zugänglich gemacht. Aus dem Treppenhaus sind spannende Blicke in die rohen Innenräume möglich. Alles andere wird im Rahmen der Kurzführungen genauer erklärt.

Beschreibung

Das Haus Urwalek in Wien-Hietzing ist ein wichtiger Bestandteil der Wiener Moderne. Erbaut im Jahr 1930 von den Architekten Siegfried Theiß und Hans Jaksch, gilt das markante Gebäude als eines der ersten Einfamilienhäuser, die im Rahmen der damaligen Wiener Wohnbauförderung entstanden sind. Heute steht das Objekt unter Denkmalschutz. Die umfassende Sanierung wurde von joyjoy studio geplant. Das Sanierungskonzept beweist eindrucksvoll: kompromissloser Denkmalschutz und zukunftsweisende Nachhaltigkeit schließen einander nicht aus. Das Gebäude zeigt sich heute in einem faszinierenden Zustand der Transformation. Die äußere Hülle ist bereits vollständig fertiggestellt und strahlt wieder in alter Eleganz. Um die historischen, schlanken Proportionen der Villa originalgetreu zu bewahren, kam ein hochinnovativer Aerogel-Dämmputz mit einer Stärke von nur 5 cm zum Einsatz. Der extrem fein geriebene, hellgelbe Farbton wurde präzise nach den restauratorischen Befunden aus der Bauzeit rekonstruiert. Im Inneren des Hauses folgt die Sanierung dem Leitgedanken, die reiche Geschichte des Gebäudes behutsam freizulegen und mit modernen Ansprüchen zu verweben. Das Herzstück des Entwurfs bildet das historische Stiegenhaus, dessen markante Holztreppe samt charakteristischem roten Geländer und schwarzen Akzenten originalgetreu restauriert wird. Es fungiert als zentrales Bindeglied, das fließende Blickbeziehungen in die angrenzenden Wohnräume sowie hinauf zur obersten Terrasse schafft. Die bauzeitliche Substanz wird dabei mit größter handwerklicher Sorgfalt instand gesetzt. Kostbare originale Holzfurniere aus Palisander und Ahorn an Türen und Einbaumöbeln werden aufwendig restauriert. Zudem wurden die geometrischen Schnittlinien des ursprünglichen Linoleumbodens präzise dokumentiert, um das historische Erscheinungsbild detailgetreu zu rekonstruieren. Auch die unsichtbare Haustechnik blickt in die Zukunft: Das Gebäude wurde von Gas auf eine nachhaltige, hocheffiziente Luftwärmepumpe umgestellt, kombiniert mit einer Wohnraumlüftung, welche geschickt die ursprünglich geplanten historischen Zentralheizungsschächte nutzt. Auf dem Hauptdach verbirgt sich – für das Auge von der Straße komplett hinter der Attika versteckt – eine leistungsstarke PV-Anlage. Ein ehrlicher und tiefer Einblick in anspruchsvolle, nachhaltige Architektur! Text: joyjoy studio, © Fotos: Matej Hakar Akteur:innen: Architektur - Siegfried Theiss & Hans Jaksch / joyjoy Studio interdisziplinäre Gesellschaft mit ZT für Architektur und Handel GmbH, Sanierungsunternehmen - DI Wilhelm Sedlak GmbH / baustein baumanagement GmbH, Gebäudetechnik - baustein baumanagement GmbH, Bauphysik - Architekt Markus Gutmann, Tragwerkplanung - Werkraum Ingenieure ZT GmbH & Co KG, Bauherr - Priv.-Doz. Dr. Ferdinand Georg Schlanitz, PhD

Entdecke weitere Standorte in der Nähe

Zum Programm 2026