
Töpfelhaus
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© Dieter Henkel
"Raus aus Gas" - das geht auch im Gemeindebau. Sanierungsmaßnahmen und Dekarbonisierung gehen beim Pilotprojekt in der Deutschordenstraße Hand in Hand. So kann auch der Gemeindebau der 1950er-Jahre klimafit werden.
Erkunde das Pilotprojekt vom Keller über eine Musterwohnung bis in die neuen Technikräume. In der thermisch sanierten Wohnhausanlage wird vermittelt, wie Wärmepumpen, Tiefensonden und Photovoltaik künftig die Energieversorgung des Gebäudes sichern.
Das Pilotprojekt verbindet die behutsame Sanierung des Bestands mit einem innovativen Energiekonzept und macht den Weg frei zu einer fossilfreien Wärmeversorgung im bewohnten Gebäude. Zu den ersten „Raus aus Gas“-Pilotprojekten gehören die beiden 1953-1955 errichteten Gemeindebauten in der Deutschordenstraße 7-25 und 27-35 im 14. Bezirk. Dort starteten im Mai 2023 die Tiefenbohrungen für die Versorgung der insgesamt 277 Wohnungen mit Erdwärme. Die Gebäude waren während der gesamten Bauphase bewohnt und die umfassenden Sanierungsmaßnahmen wurden von intensiven Informations- und Absprachmaßnahmen mit den Bewohner:innen begleitet. Die wesentlichen Sanierungspunkte waren die Wärmedämmung der Fassade, der Einbau von Wärmeschutzfenstern und einbruchhemmenden Brandschutztüren sowie die Errichtung eines außenliegenden Sonnenschutzes. Neben der Errichtung eines Personenaufzugs bei jedem Stiegenhaus, wurde eine Rollstuhlrampe geschaffen, ein Kinderwagen- und Fahrradabstellraum sowie Druckbelüftungsanlagen und Brandrauchentlüftungen. Zwei vorhandene Personenaufzüge wurden erneuert und die Außenbeleuchtung erweitert. Zur Dekarbonisierung wurden die dezentralen Gasthermen in den Wohnungen durch eine zentrale Wärmepumpenanlage zur Heizung und Warmwasserbereitung ersetzt. Als Energiequelle dient Luft und Geothermie (Erdwärme), ergänzt durch eine Photovoltaik-Anlage. Es wurden 18 Tiefenbohrungen mit je 150 Meter Tiefe durchgeführt. Die aus der Tiefe gewonnene Erdwärme dient zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung. Die bisherige dezentrale Beheizung und Warmwasserversorgung durch Gasthermen wird derzeit wohnungsweise an das neue System angeschlossen, wobei die Heizungsinstallationen weitgehend erhalten bleiben können. In den Küchen wird von Gasherden auf Elektroherde umgestellt. Die vollständige Umstellung der Wiener Gemeindebauten auf eine ökologische Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 ist eine der größten Herausforderungen der Stadt Wien im Kampf gegen die Klimakrise. Text: OPEN HOUSE WIEN, Quelle: Wiener Wohnen, Raus aus Gas, © Fotos: Dieter Henkel Architekt:innen: Georg Lippert, Fritz Purr, Ulrike Manhardt, Erich Lamprechta, Bauherr:in - Stadt Wien - Wiener Wohnen
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