
Töpfelhaus
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© Christopher Mavric
Das Gelände des ehemaligen Nordwestbahnhofs ist ein Gebiet im Wandel durch große städtebauliche Entwicklungen. An diesem Standort werden drei verschiedene Projekte präsentiert, von denen zwei im Rahmen des Wettbewerbs „Creatives for Vienna – Making Spaces“ von der Wirtschaftsagentur Wien ausgezeichnet wurden, und die zeigen, wie die Kreativwirtschaft urbane Außenräume belebt und auf gesellschaftliche und klimatische Herausforderungen reagiert.
Kurz vor dem Abbruch der letzten Gebäude des ehemaligen Nordwestbahnhofs und der Freimachung des letzten 40 ha großen innenstadtnahen Wiener Bahnhofsareals zur Errichtung eines neuen Stadtentwicklungsgebietes für 16.500 Bewohner:innen kann das Gelände ein letztes Mal besichtigt werden. Derzeit stehen die Räumlichkeiten noch verschiedenen Initiativen wie der Biofabrique Vienna und dem Museum von Tracing Spaces zur Verfügung, welches die unterschiedlichen Aspekte der 150-jährigen Geschichte des Areals zeigt, während ÖBB und MA21 in ihren Ausstellungen dessen zukünftige Bebauung in Modellen veranschaulichen, ergänzt durch die schattenspendende Installation Shade Commons im Außenbereich.
Die Biofabrique Vienna, ein Projekt der Wirtschaftsagentur Wien, widmet sich der Materialinnovation für die Kreativwirtschaft. Am ehemaligen Nordwestbahnhof stellt sie das Thema Bioregionales Design in den Mittelpunkt und schafft einen Ort für kollaboratives Arbeiten. Bei den Kurzführungen werden die Ansätze der Biofabrique Vienna und ihrer interdisziplinären Arbeitsweise erklärt und bisherige Forschungsergebnisse – von Fliesen bis zu Farbstoffen präsentiert. Das Beschattungssystem Shade commons von Konstantin Kim, Ekaterina Korchagina & Osvaldo Almendra schützt nach dem Vorbild gartenbaulicher Strukturen vor Wetterextremen und schafft einladende Aufenthaltsorte im Klimawandel. Tracing Spaces hat seit 2000 durch minimal invasive Interventionen in einem alten Verwaltungsgebäude der ÖBB, in dessen Nebenbauten und an Außenstellen am weitläufigen Areal der Brache einen dezentralen Erinnerungsort für die dem Ort eingeschriebenen Themen geschaffen, von der ursprünglich reichen und vielfältigen Fischpopulation in den hier verlaufenden Donauarmen, bis zum Boom als transnationaler Hub und Container-Terminal in den Jahren 1968 bis 1995. Das Museum dokumentiert den immer wieder verzögerten Rückbau, Abbruch und den Umgang mit den durch die unkontrollierte Re-Naturalisierung entwickelten Habitate und generiert regelmäßig neue Projekte, wie zuletzt „(W)Hole in One“, das die Brache in einen kleinen Urban-Golf-Parcours mit ökologischem Lehrpfad verwandelte. Das Projekt zeigte auf spielerische Weise die Potenziale, die während der Transformation des Gebiets zu einem neuen, ökologisch nachhaltigen Stadtteil entstanden. Tracing Spaces versteht seine Praxis am Areal jedoch nicht als Zwischennutzung, sondern als kulturelle Basisarbeit für ein identitätsstiftendendes Kultur- und Nachbarschaftszentrum im zukünftigen Stadtteil mit seinen 16.500 neuen Bewohner:innen und jenen aus der kulturell unterversorgten Nachbarschaft. Text: OPEN HOUSE WIEN, Wirtschaftsagentur Wien, Tracing Spaces © Fotos: OPEN HOUSE WIEN, Tracing Spaces und Christopher Mavric Akteur:innen: Wirtschaftsagentur Wien, Tracings Spaces - Michael Hieslmair und Michael Zinganel
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